WBE.2025.405
AG Verwaltungsgericht
Hundehalteverbot und Gefährlichkeitsgutachten
Veröffentlicht am 28. August
Entschieden am 7. August
Der Volltext wird in der Originalsprache angezeigt (Deutsch).
Verwaltungsgericht
1. Kammer
WBE.2025.405 / ae / we
(B.2025.15)
Art. 147
Urteil vom 7. August 2026
Besetzung Verwaltungsrichterin Schircks, Vorsitz
Verwaltungsrichterin Bärtschi
Verwaltungsrichter Dommann
Gerichtsschreiberin Erny
Beschwerde- A._____
führer vertreten durch MLaw Omar Ghafier, Rechtsanwalt, Markurstrasse 25,
Postfach 1760, 8400 Winterthur
gegen
Departement Gesundheit und Soziales, Generalsekretariat,
Bachstrasse 15, 5001 Aarau
Gegenstand Beschwerdeverfahren betreffend Hundehalteverbot, Frist für Abgabe der
Hunde
Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales
vom 9. Oktober 2025
- 2 -
Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten:
A.
1.
A._____ ist als Halter eines am tt.mm.jjjj geborenen Dobermannrüden
namens "B._____" (Chip aaa) in der Datenbank Amicus eingetragen. Der
Hund ist sowohl an den Ohren wie auch an der Rute coupiert.
2.
Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Q._____ vom 2. Mai 2023 wurde
A._____ wegen Missachtung der Vorschriften über die Tierhaltung
(unerlaubte Einfuhr eines coupierten Hundes) zu einer Busse von
Fr. 500.00 verurteilt. Aufgrund dieses Strafbefehls wurde A._____ mit
Schreiben vom 14. Juni 2023 vom Veterinärdienst (VeD), Amt für Verbrau-
cherschutz, Departement Gesundheit und Soziales (DGS) verwarnt.
3.
Am 24. Mai 2023 ging beim VeD eine Tierschutzmeldung ein, wonach die
Ohren des Nachbarhundes bereits Anfang April verbunden und mit einem
Mittelsteg seitlich fixiert gewesen seien. Wie einem beigefügten Foto vom
22. Mai 2023 entnommen werden könne, seien die Ohren wieder frisch ver-
bunden. Der aktenkundigen Meldung lässt sich jedoch nicht entnehmen,
um welchen Hund es genau geht bzw. ob die Meldung mit A._____ im
Zusammenhang steht.
4.
Am 20. Dezember 2023 leitete das Veterinäramt des Kantons Zürich dem
VeD eine Meldung weiter, wonach A._____ auf Instagram ein Video ver-
öffentlicht habe, in welchem der Hund "B._____" ein unerlaubtes
Zughalsband trage und A._____ unprofessionelle "Beissübungen" mit dem
Hund durchführe.
Gestützt auf diese Meldung forderte der VeD A._____ gleichentags auf,
den Hund "B._____" durch eine Fachperson (aus einer Liste von drei
Personen) abklären und den Bericht bis Ende Januar 2024 einreichen zu
lassen.
5.
Nachdem A._____ mehrmals die Frist erstreckt worden war, reichte die
Gutachterin am 22. April 2024 dem VeD das geforderte Fachgutachten ein.
6.
Mit Schreiben vom 25. April 2024 stellte der VeD A._____ eine Verfügung
betreffend Massnahmen in der Hundehaltung im Entwurf zu und gewährte
ihm das rechtliche Gehör.
- 3 -
7.
Am 15. Mai 2024 erliess der VeD folgende Verfügung:
I.
Es ist ab sofort verboten, den Hund "B._____" (Dobermann, geboren
tt.mm.jjjj, Chip aaa) im Bereich Schutzdienst auszubilden. Dazu zählt die
Förderung aller aggressiven Verhaltensweisen sowie Beutefangverhalten.
II.
A._____ wird verpflichtet, mit dem Hund "B._____" einen Erziehungskurs
für Hunde zum Erwerb des nationalen Hundehalterbrevets oder des
Aargauer Hundehalterbrevets zu absolvieren. Der Kurs ist bis spätestens
am 31. Dezember 2024 zu absolvieren und muss mit der Prüfung zum
Erwerb des nationalen Hundehalterbrevets (NHB) abgeschlossen werden.
Dem Veterinärdienst ist nach Abschluss des Kurses und abgelegter
Prüfung unaufgefordert eine Bestätigung über das Absolvieren des Kurses
und der Prüfung zuzusenden.
III.
[Kosten]
IV.
Einer Beschwerde gegen die Massnahmen gemäss Ziffern I. und II. wird
die aufschiebende Wirkung entzogen.
V.
Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen diese Verfügung
werden gestützt auf Art. 292 des eidgenössischen Strafgesetzbuches
(StGB; SR 311.0) mit Busse bestraft. lautet wie folgt: "Wer
der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Ver-
fügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft".
VI.
[Zustellung]
Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
8.
Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 forderte der VeD A._____ zur Ein-
reichung der Bestätigung NHB gemäss der Verfügung vom 15. Mai 2024
bis zum 24. Januar 2025 auf.
9.
Nachdem A._____ der Aufforderung vom 14. Januar 2025 keine Folge
geleistet hatte, erstattete der VeD am 31. Januar 2025 Strafanzeige gegen
A._____ wegen Verstosses gegen .
Gleichentags erkundigte sich A._____ per Mail beim VeD nach weiteren
Informationen bezüglich der Anmeldung für den NHB-Kurs.
- 4 -
10.
Am 27. Februar 2025 erhielt der VeD über das Kontaktformular auf seiner
Webseite eine Meldung, wonach A._____ noch einen weiteren, ebenfalls
an Ohren und Rute coupierten Junghund im Alter von geschätzt 5-
7 Monaten besitze.
Eine Abfrage des VeD vom gleichen Tag in der Datenbank Amicus ergab,
dass A._____ lediglich als Halter des Hundes "B._____" registriert war.
11.
Am 28. Februar 2025 erliess der VeD folgende "Sofortverfügung":
I.
A._____ wird verpflichtet, innert Frist von 3 Tagen dem Veterinärdienst
folgende Angaben zum neuen Hund zu tätigen: Name, Geburtsdatum und
Chipnummer des Hundes; Importdatum; Kopie Heimtierausweis; Kaufver-
trag, Foto des Hundes.
II.
A._____ wird verpflichtet, innert Frist von 3 Tagen den neu angeschafften
Dobermann in das Herkunftsland rückzuführen. Es ist eine entsprechende
Bestätigung des Übergabeorts einzureichen.
III.
A._____ wird ein Hundehalteverbot auferlegt.
IV.
Der Hund "B._____" muss innert Frist von 45 Tagen an ein vom Kanton
bewilligtes Tierheim abgegeben werden. A._____ muss dem Veterinär-
dienst die Abgabe unter Angabe des entsprechenden Tierheims melden.
V.
[Kosten]
VI.
Einer Beschwerde gegen die Massnahmen gemäss Ziffern I. und II. wird
die aufschiebende Wirkung entzogen.
VII.
Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen diese Verfügung
werden gestützt auf Art. 28 Abs. 3 des eidgenössischen Tierschutzge-
setzes (TSchG; SR 455) sowie Art. 292 des eidgenössischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) mit Busse bestraft. lautet
wie folgt: "Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen
eine Ausführungsvorschrift, deren Missachtung für strafbar erklärt worden
ist, oder eine unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn
gerichtete Verfügung verstösst". lautet wie folgt: "Wer der
von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter
Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung
nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft".
VIII.
[Zustellung]
- 5 -
Mit dem Erlass dieser Verfügung wurde A._____ gestützt auf § 21 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 (Ver-
waltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200) nachträglich das recht-
liche Gehör zu einer allfälligen Stellungnahme innert drei Tagen gewährt
und den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung in Aussicht gestellt.
12.
Nach mehrmaligem E-Mail-Verkehr zwischen A._____ und dem VeD be-
treffend die Zustellung der Verfahrensakten liess A._____ dem VeD mit E-
Mail vom 7. März 2025 eine Kopie des Heimtierausweises des Hundes
"C._____" zukommen und teilte mit, dass es sich hierbei um einen Ferien-
hund handle. Auf erneute Nachfrage des VeD teilte A._____ mit E-Mail vom
10. März 2025 mit, dass der Hund "C._____" am 26. Februar 2025 in die
Schweiz importiert worden sei und ein Aufenthalt bis zum 8. April 2025 ge-
plant sei.
13.
Mit Verfügung vom 12. März 2025 ordnete der VeD gegenüber A._____
Folgendes an:
I.
A._____ wird ein Hundehalteverbot auferlegt.
II.
A._____ wird verpflichtet, den Hund "B._____" (Chip aaa) innert Frist von
45 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung an ein vom Kanton bewilligtes
Tierheim abzugeben. A._____ muss dem Veterinärdienst die Abgabe
unter Angabe des entsprechenden Tierheims schriftlich melden.
III.
A._____ wird verpflichtet, den Hund "C._____" (Chip bbb) bis spätestens
8. April 2025 in das Herkunftsland rückzuführen. Vor der Ausfuhr muss
A._____ den Hund zollrechtlich veranlagen und eine Kopie des
Vormerkscheins dem Veterinärdienst einreichen. Nach erfolgter
Rückführung muss dem Veterinärdienst eine schriftliche Empfangsbestä-
tigung des neuen Halters oder der neuen Halterin in Deutsch, Französisch
oder Englisch eingereicht werden.
IV.
[Kosten]
V.
Einer Beschwerde gegen die Massnahmen gemäss Ziffer I.-III. wird die
aufschiebende Wirkung entzogen.
VI.
Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen diese Verfügung
werden gestützt auf Art. 28 Abs. 3 des eidgenössischen Tierschutzge-
setzes (TSchG; SR 455) sowie Art. 292 des eidgenössischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) mit Busse bestraft. lautet
wie folgt: "Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen
eine Ausführungsvorschrift, deren Missachtung für strafbar erklärt worden
- 6 -
ist, oder eine unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn
gerichtete Verfügung verstösst". lautet wie folgt: "Wer der
von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter
Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung
nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft".
VII.
[Zustellung]
B.
1.
Gegen diese Verfügung des VeD erhob A._____ – inzwischen anwaltlich
vertreten – mit Eingabe vom 17. April 2025 Beschwerde beim Departement
Gesundheit und Soziales (DGS). Dabei beantragte er die Aufhebung des
Hundehalteverbots (Ziffer I) sowie der Anordnung, den Hund "B._____"
innert Frist von 45 Tagen ab Erhalt der Verfügung an ein vom Kanton
bewilligtes Tierheim abzugeben (Ziffer II). Weiter ersuchte er um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Ziffer V).
2.
Am 13. Mai 2025 ging beim VeD eine Meldung ein, wonach A._____ und
seine Partnerin zwar umgezogen, aber dennoch in D._____ wohnhaft
seien. Im Garten des Hauses sei ein Dobermann mit coupierten Ohren und
Rute aufgefallen. Im Inneren des Hauses habe ein zweiter Hund gebellt.
Zudem sei vor kurzem ein Dobermann mit verbundenen Ohren im Garten
gesichtet worden. Zusammen mit der Meldung wurden mehrere Screens-
hots aus Facebook eingereicht. Diese zeigen u.a. (mutmasslich) die Part-
nerin von A._____ zusammen mit einem an den Ohren coupierten
Dobermann, welcher ein (verbotenes) Zughalsband trägt sowie drei an den
Ohren coupierte Dobermänner zusammen auf einem Hundebett in einer
Wohnung.
3.
Am 9. Oktober 2025 entschied das DGS, Generalsekretariat, was folgt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Verfahrens von Fr. 1'000.- zu
bezahlen.
3.
Ersatz für Parteikosten wird nicht zugesprochen.
- 7 -
C.
1.
Gegen den Entscheid des DGS liess A._____ mit Eingabe vom
10. November 2025 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und
folgende Anträge stellen:
1.
Der Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons
Aargau vom 9. Oktober 2025 sei vollumfänglich und ersatzlos aufzuheben.
Eventualiter:
2.
Der Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons
Aargau vom 9. Oktober 2025 sei aufzuheben und zum Erlass von verhält-
nismässigen Massnahmen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Subeventualiter:
3.
Der Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons
Aargau vom 9. Oktober 2025 sei aufzuheben und zur Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhaltes und zum erneuten Entscheid an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
2.
Mit Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2026 beantragte das DGS, Gene-
ralsekretariat, die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
3.
In der Replik vom 26. Januar 2026 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest.
4.
Mit E-Mail vom 18. Februar 2026 übermittelte das DGS, Generalsekre-
tariat, dem Verwaltungsgericht aufforderungsgemäss das in den bisher ein-
gereichten Akten noch nicht enthaltene Instagram-Video (siehe vorne
lit. A.4).
5.
Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (§ 7
des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG;
SAR 155.200]).
- 8 -
Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
I.
1.
Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 VRPG). Der angefoch-
tene Entscheid des DGS ist verwaltungsintern letztinstanzlich (§ 50 Abs. 2
VRPG i.V.m. §§ 9 Abs. 1 und 12 lit. b der Verordnung über die Delegation
von Kompetenzen des Regierungsrats vom 10. April 2013 [Delegationsver-
ordnung, DelV; SAR 153.113]). Das Verwaltungsgericht ist somit für die Be-
urteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
2.
Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid des DGS
respektive das Verbot, Hunde zu halten, in schutzwürdigen eigenen Inte-
ressen betroffen und damit zur Erhebung der Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde befugt (vgl. § 42 Abs. 1 lit. a VRPG).
3.
Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen
Anlass. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutre-
ten.
4.
Das Verwaltungsgericht prüft die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen (vgl. § 55 Abs. 1 VRPG).
Ermessensüberschreitung, Ermessensunterschreitung und Ermessens-
missbrauch gelten als Rechtsverletzung (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020,
Rz. 442). Die Kontrolle der Unangemessenheit ist demgegenüber ausge-
schlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG).
II.
1.
1.1.
Der VeD stützte das Hundehalteverbot in seiner Verfügung vom 12. März
2025 auf Art. 23 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 2005 (TSchG;
SR 455). Zur Begründung führte er aus, das Coupieren aus rein ästhe-
tischen Zwecken sei Tierquälerei, weshalb sowohl das Coupieren wie auch
der Import eines coupierten Hundes in der Schweiz strafbar sei. Der Be-
schwerdeführer habe den Hund "B._____" in vollem Wissen um dieses
Verbot in die Schweiz eingeführt. Dies zeige seine hohe Motivation, einen
voll-coupierten Dobermann halten zu können. Nach der Anschaffung des
Hundes habe der Beschwerdeführer versucht, den Hund "B._____"
abzurichten bzw. dessen Aggressionsverhalten zu fördern. Seit Februar
2025 halte der Beschwerdeführer einen weiteren, voll-coupierten
- 9 -
Dobermann namens "C._____". Die Behauptung des Beschwerdeführers,
den Hund lediglich als Ferienhund zu halten, erachte der VeD als völlig
unglaubwürdig. Gemäss EU-Heimtierpass stamme der Hund "C._____"
aus Griechenland. Dass ein griechischer Hundehalter seinen Hund in die
weit entfernte Schweiz in die Ferien gebe, erscheine nicht nachvollziehbar.
In Griechenland sei das Coupieren von Ohren und Schwanz ebenfalls
verboten. Zudem verfüge der Hund über keinen griechischen Mikrochip.
Darüber hinaus habe sich der EU-Heimtierpass bei genauer Betrachtung
als Fälschung herausgestellt. Diese Umstände zeigten, dass der
Beschwerdeführer mit allen Mitteln versuche, Gesetze zu umgehen und
Behörden zu täuschen. Der Hund "C._____" sei beim Import auch nicht
vorschriftsgemäss dem Zoll vorgestellt worden, womit auch kein
Vormerkschein existiere. Auffällig sei auch die mangelnde Bereitschaft des
Beschwerdeführers, Auskünfte zu erteilen. Zusammenfassend gehe der
Veterinärdienst davon aus, dass der Beschwerdeführer den voll-coupierten
Hund "C._____" zur dauerhaften Haltung angeschafft, ihn aus einem Nicht-
EU-Land mit gefälschtem Pass importiert habe und durch das Nichtmelden
beim Zoll und Nichtanmeldung des Hundes bei der Gemeinde und in
Amicus behördliche Interventionen habe verhindern wollen.
Zusätzlich sei der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. Mai 2024 ver-
pflichtet worden, mit dem Hund "B._____" einen Erziehungskurs für Hunde
zum Erwerb des nationalen Hundehalterbrevets oder des Aargauer Hun-
dehalterbrevets zu absolvieren. Der Kurs hätte bis spätestens 31. De-
zember 2024 absolviert und mit der Prüfung zum Erwerb des NHB abge-
schlossen werden müssen. Diese Auflage sei angeordnet worden, weil der
Beschwerdeführer im Dezember 2023 den Hund "B._____" absichtlich ein
Kind habe angreifen lassen. Das von "B._____" gezeigte aggressive
Verhalten habe vom Beschwerdeführer antrainiert worden sein müssen,
was ein klarer Verstoss gegen die rechtlichen Bestimmungen darstelle. Die
anschliessend vom Veterinärdienst angeordnete Überprüfung des Hundes
habe Erziehungsdefizite und einen überdrehten Hund mit instabilem
Charakter gezeigt. Der Beschwerdeführer habe die Auflage nicht erfüllt,
weshalb der Veterinärdienst in dieser Sache Anzeige gegen den Beschwer-
deführer erstattet habe. Mit diesem Verhalten zeige der Beschwerdeführer,
dass er in keiner Weise interessiert oder motiviert wäre, mit seinem Hund
an den Defiziten zu arbeiten. Unter diesen Aspekten erschienen auch neue
Auflagen im Hinblick auf eine weitere Hundehaltung nicht zielführend. Zu-
sammenfassend müsse dem Beschwerdeführer die Eignung als Hunde-
halter abgesprochen werden, weshalb ihm ein Hundehalteverbot auferlegt
werden müsse.
1.2.
Die Vorinstanz zweifelte, dass die Voraussetzungen für ein Hundehaltever-
bot gemäss im vorliegenden Fall – namentlich aufgrund der
Verstösse im Bereich Coupierung – gegeben seien, liess die Frage
- 10 -
schliesslich jedoch offen, da sie die Voraussetzungen für die Neuplatzie-
rung des Hundes bzw. ein Hundehalteverbot nach § 18 Abs. 1 lit. c und e
des Hundegesetzes vom 15. März 2011 (HuG; SAR 393.400) als erfüllt
sah, sinngemäss insbesondere aufgrund der vom Hund ausgehenden Ge-
fahr:
Das vom Beschwerdeführer selbst auf Instagram hochgeladene Video vom
20. Dezember 2023 zeige diesen, wie er den Hund "B._____" ins Platz be-
fehle, sich von ihm entferne und auf einen ihm anscheinend bekannten
Jungen im Alter von ca. zwölf Jahren zugehe und diesen hochhebe. Der
Hund trage dabei ein Stachel- und/oder Würgehalsband. Nachdem der Bub
einen spitzen Schrei ausgestossen habe, jedoch ohne dass ein entspre-
chendes Kommando des Halters zu hören sei, greife "B._____" die beiden
sehr vehement an und werde dann vom Beschwerdeführer durch Kom-
mando gestoppt. Danach lobe der Beschwerdeführer den Hund. Dieses
Video zeige, dass der Beschwerdeführer den Hund aggressiv für den An-
griff auf Menschen und wohl auch andere Tiere abrichte. Der Angriff sei
nicht durch ein Kommando des Beschwerdeführers, sondern durch den
Schrei eines Kindes ausgelöst worden, was unabsichtliche Attacken des
Hundes provozieren könne. Dies könne sich fatal auswirken. In Verbindung
mit der von der Gutachterin geschilderten Unerfahrenheit und mangelnden
Stabilität des Hundes ergebe sich für die Umgebung, das heisst für andere
Tiere und für Menschen, eine erhebliche Gefahr. Aufgrund des gezeigten
Verhaltens des Beschwerdeführers sei von der Beurteilung der Gutachterin
abzuweichen, welche eine bloss durchschnittliche Gefährlichkeit des Hun-
des "B._____" festgestellt habe und zum Schluss gekommen sei, dass er
in der derzeitigen Haltungssituation belassen werden könne. Die
Anordnung der Abgabe des Hundes stütze sich daher auf § 18 Abs. 1 lit. c
HuG. Allein durch die Abgabe von "B._____" werde die Gefahr des
Abrichtens und Hetzens von Hunden aber nicht verschwinden, sondern
würde weiter bzw. erneut bestehen, wenn der Beschwerdeführer sich
andere Hunde anschaffen dürfte. Die Vorinstanz habe deshalb zu Recht
auch ein Hundehalteverbot ausgesprochen.
2.
2.1.
Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz Willkür in der Sachverhaltsfest-
stellung und -würdigung vor. Die Beschreibung des Inhalts des Videos
durch die Vorinstanz sei falsch. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz gehe
aus dem Video nicht hervor, dass das Zulaufen des Hundes "B._____"
durch das Kindergekreisch ausgelöst werde. Entweder sei es ausgelöst
worden, weil der Beschwerdeführer das Kind hochgehoben habe, was mit
der Beschreibung unter dem Video "protection" in Einklang zu bringen
wäre, oder der Beschwerdeführer habe dem Hund ein Handzeichen
gegeben, wofür sprechen würde, dass "B._____" während des ganzen
Vidos umgehend und anstandslos auf die ihm erteilten Befehle höre. Das
- 11 -
auf dem Video klar erkennbare Gehorchen des Hundes stehe auch in
klarem Widerspruch zur vorinstanzlichen Behauptung, vom Hund würde die
fatale Gefahr einer spontanen Provokation ausgehen. Diesbezüglich sei
auch zu erwähnen, dass die Gutachterin im Fachgutachten vom 22. April
2024 festhalte, dass "B._____" für alles Befehle erhalte und diese auch
dankend annehme. Weiter sei hervorzuheben, dass der Junge für den
Hund während der Übung nicht erreichbar gewesen sei. "B._____" habe
ausschliesslich den Beschwerdeführer kontaktiert, wobei auch nicht ausser
Acht gelassen werden dürfe, dass er den Beschwerdeführer nicht gebissen
habe. Aufgrund des Videos könne folglich entgegen der vorinstanzlichen
Auffassung weder der Schluss gezogen werden, der Beschwerdeführer
richte den Hund aggressiv für den Angriff auf Menschen und auf andere
Tiere ab, noch, dass von "B._____" die Gefahr ausgehen würde, er lasse
sich unabsichtlich zu einer Attacke provozieren. Aus dem Video gehe
vielmehr hervor, dass der Beschwerdeführer eine souveräne Kontrolle über
den Hund habe und dieser seinem Besitzer umgehend und anstandslos
gehorche. Dementsprechend sei es auch noch nie zu einem Zwischenfall
mit einem Menschen oder einem Tier gekommen.
Die Vorinstanz erwäge sodann auf der einen Seite, das Instagram-Video in
Verbindung mit der von der Gutachterin geschilderten Unerfahrenheit und
mangelnden Stabilität ergebe eine erhebliche Gefahr des Hundes für
andere Tiere und Menschen. Gleichzeitig bringe sie vor, dass aufgrund des
Instagram-Videos von der Beurteilung der Gutachterin abzuweichen sei,
welche "B._____" eine durchschnittliche Gefährlichkeit attestiere und
festgestellt habe, dass dieser ohne weiteres beim Beschwerdeführer
belassen werden könne. Entgegen den bundesgerichtlichen Vorgaben lege
die Vorinstanz in keiner Weise dar, weshalb sie in der Fachfrage der
Gefährlichkeit vom Gutachten abweiche. Erschwerend komme hinzu, dass
die Begründungspflicht der Vorinstanz deutlich erhöht gewesen sei, da das
entsprechende Gutachten gerade wegen des Videos in Auftrag gegeben
worden sei. Die gutachterlichen Feststellungen seien folglich unter voller
Berücksichtigung des Videos erfolgt. Indem die Vorinstanz im gleichen
Atemzug von den gutachterlichen Feststellungen abweiche und sich gleich-
zeitig auf diese abstütze, handle sie klar widersprüchlich und erwecke den
Eindruck, dass sie die gutachterlichen Feststellungen dort hinzuziehe, wo
sie behilflich seien, den Beschwerdeführer und den Hund negativ darzu-
stellen. In tatsächlicher Hinsicht sei somit auf das vom Veterinärdienst in
Auftrag gegebene Gutachten vom 22. April 2024 abzustellen. Gründe, die
eine Abweichung davon erlauben würden, seien nicht ersichtlich und seien
durch die Vorinstanz weder genügend dargetan, noch begründet worden.
2.2.
Das DGS, Generalsekretariat, hält diesbezüglich in seiner Beschwerde-
antwort vom 12. Januar 2026 fest, dass das Studium des fraglichen Videos
tatsächlich keinen zweifelsfreien Aufschluss darüber gebe, welcher Reiz
- 12 -
den Angriff des Hundes ausgelöst habe. Gerade deshalb sei es aber durch-
aus möglich, dass auch andere Personen als der Beschwerdeführer unab-
sichtlich durch ganz ähnliches Verhalten eine vergleichbare Wirkung ent-
falten könnten. Die Problematik liege einerseits in der erwähnten Gefahr
einer zufälligen Auslösung in Verbindung mit dem sehr aggressiven Ver-
halten des Hundes. Diese bestehe trotz der in der Szene gezeigten Beherr-
schung des Tieres durch den Beschwerdeführer. Andererseits stelle der
vom Beschwerdeführer so abgerichtete Hund für ihn eine potentielle Waffe
dar, die er gegen andere Personen und Tiere einsetzen könnte. Dass die
Fachgutachterin ihren Bericht in Kenntnis und unter Berücksichtigung des
Videos erstellt habe, sei zwar in rein zeitlicher Hinsicht möglich, ergebe sich
jedoch weder aus dem angefochtenen Entscheid noch aus den Ausfüh-
rungen der Expertin. Vielmehr fehle im Gutachten jegliche Bezugnahme
auf dieses für die Beurteilung des Hundes zweifellos sehr wichtige Sach-
verhaltselement. Es sei ausgeschlossen, dass die Gutachterin dieses in
dessen Kenntnis überhaupt nicht angesprochen habe. Es treffe somit nicht
zu, dass die Vorinstanz sich über die Würdigung des Vorfalls durch die
Expertin hinweggesetzt habe und damit in Willkür verfallen sei. Zwar sei
richtig, dass für den VeD das Video Auslöser zur Erteilung der Gut-
achtensanordnung gewesen sei. Als juristische Laien hätten die Mitarbei-
tenden (des Veterinärdiensts) aber irrtümlich geglaubt, sie dürften der Gut-
achterin keine Akten herausgeben, und hätten deshalb auf Weitergabe der
Aufnahme verzichtet. Durch die vorangehend klar dargelegte Tatsache,
dass die Gutachterin ihre Beurteilung in Unkenntnis des Videos erstellt
habe, würden Bedeutung und Wert des Gutachtens erheblich vermindert.
Das Gutachten weise auch inhaltliche Ungereimtheiten auf, so mit der Be-
urteilung des Risikos einerseits als durchschnittlich, andererseits der Be-
merkung, dies sei die tiefste Stufe, was einen klaren Widerspruch darstelle.
Die Gutachterin habe das Video in ihrem Bericht nicht berücksichtigen
können; der Veterinärdienst habe dieses befugterweise selbst gewürdigt.
3.
3.1.
Gemäss § 17 VRPG ermitteln die Behörden den Sachverhalt von Amtes
wegen und stellen dazu die notwendigen Untersuchungen an. Mit anderen
Worten auferlegt der Untersuchungsgrundsatz den Verwaltungsbehörden
die Pflicht, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts zu sorgen (Entscheid des Verwaltungsgerichts
WBE.2024.324 vom 17. Februar 2025, Erw. II/3.1 mit Hinweis). Der Ent-
scheid soll sich nur auf Sachumstände stützen, von deren Vorhandensein
sich die Behörde überzeugt hat (KASPAR PLÜSS, in: ALAIN GRIFFEL [Hrsg.],
Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, N. 4 und 10 zu § 7 VRG).
Der Umfang der Sachverhaltsermittlung liegt im pflichtgemässen Ermessen
der Behörde. Sie hat sich dabei der Entscheiderheblichkeit einer Tatsache,
an verfahrensökonomischen Überlegungen sowie am Verhältnismässig-
- 13 -
keitsgrundsatz zu orientieren. Im Grunde ist die zuständige Behörde ver-
pflichtet, alle zumutbaren und rechtlich zulässigen Mittel der Sachverhalts-
aufklärung einzusetzen. Sie trägt die Verantwortung für die Feststellung der
materiellen Wahrheit, was insbesondere dazu führt, dass sie nicht nur für
die Parteien belastende, sondern auch begünstigende Tatsachen zu ermit-
teln hat. Der Aufwand muss aber insgesamt verhältnismässig bleiben
(AUER/BINDER, in: VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
Kommentar, 2. Aufl. 2019, N. 5 zu Art. 12).
Bei groben Fehlern in der Sachverhaltsermittlung wird von einer willkür-
lichen, gegen Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) verstossenden Rechtsanwen-
dung ausgegangen (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage 2020, Rz. 606).
Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Par-
teien relativiert. Diese sind verpflichtet, an der Sachverhaltsfeststellung mit-
zuwirken (§ 23 Abs. 1 VRPG). Dies gilt insbesondere für Tatsachen, wel-
che eine Partei besser kennt als die Behörden und welche ohne Mitwirkung
gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand erhoben werden können
(Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2002, S. 430,
Erw. 2/b/aa). Die Mitwirkungspflicht reicht indessen nur soweit, als sie für
den Betroffenen möglich und zumutbar ist (BGE 140 II 65, Erw. 3.4.2). So-
dann führt der Umstand, dass die Parteien zur Mitwirkung verpflichtet sind,
nicht zur gänzlichen Entbindung der Vorinstanz von jeglichen Bemühungen
zur Abklärung des Sachverhalts (PLÜSS, a.a.O., N. 10 zu § 7 VRG).
3.2.
Nach Kenntnisnahme des auf Social Media veröffentlichen Videos hatte der
Veterinärdienst den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. Dezember
2023 darauf hingewiesen, dass die Haltung überprüft und eine Wesens-
beurteilung des Hundes vorgenommen werden könne, nachdem Hinweise
dafür bestünden, dass der Hund eine Gefahr für Menschen oder Tiere dar-
stelle. Deshalb habe der Beschwerdeführer seinen Hund "B._____" einer
Fachperson vorzustellen und hernach den Bericht (Formular "Tierschutz
und Hundegesetzgebung: Fachgutachten") dem Veterinärdienst einzu-
reichen.
Nach Auffassung des Veterinärdiensts war somit ein Fachgutachten erfor-
derlich. Nach der Rechtsprechung darf in Fachfragen von Sachverstän-
digengutachten nur abgewichen werden, wenn dafür triftige Gründe vorlie-
gen; für solche Gutachten gilt eine "Richtigkeitsvermutung"
(BGE 150 II 537, Erw. 2.5 i.f. m.w.H., Erw. 4.1.3; Urteile des Bundesge-
richts 2C_436/2023 vom 14. Oktober 2025, Erw. 4.5 und 2C_476/2023
vom 13. September 2024, Erw. 3.7, je m.w.H.). Ein Abweichen von derarti-
gen Gutachten ist nur zulässig, wenn die Glaubwürdigkeit des Gutachtens
- 14 -
durch die Umstände ernsthaft erschüttert ist (vgl. BGE 140 II 334, Erw. 3
m.w.H.). Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Ver-
zicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das
Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (]) verstossen
(BGE 133 II 384, Erw. 4.2.3 m.w.H.; vgl. zum Ganzen KAISER, a.a.O.,
S. 65 f. m.w.H.).
In ihrem Fachgutachten vom 22. April 2024 führte die Gutachterin unter
dem Titel "Diagnose und weiteres Vorgehen" zur Frage der "Diagnose" aus,
es mache grundsätzlich sicherlich Sinn, wenn mit "B._____" weiter die
Hundeschule besucht werde. Gerade im Bereich Alltagsstabilität,
Eigendynamik und Explorationsverhalten könne er sicherlich noch einiges
lernen und es sei für alle nur positiv. Bei den Fragen, wie sie das Risiko in
der derzeitigen Haltungssituation beurteile, dass es (erneut) zu einem
Vorfall komme, bei dem der Hund Menschen resp. andere Tiere verletze,
gab sie als Antwort jeweils an: "Durchschnittsrisiko". Die Frage, ob der
Hund in der derzeitigen Haltungssituation belassen werden könne, bejahte
sie. Massnahmen, um die Sicherheit von Menschen und Tieren
sicherzustellen, seien nicht nötig.
4.
4.1.
Vorliegend bildet das vom Beschwerdeführer veröffentlichte Video vom
20. Dezember 2023 ein zentrales Element der Gefährlichkeitsbeurteilung.
Sämtliche Verfahrensbeteiligte messen diesem Ereignis erhebliche Bedeu-
tung zu. Zugleich ergibt sich aus den Vorbringen der Vorinstanz im ange-
fochtenen Entscheid vom 9. Oktober 2025 und der Beschwerdeantwort
vom 12. Januar 2026, sowie denjenigen des Beschwerdeführers in der Be-
schwerde vom 10. November 2025, dass der genaue Ablauf der Szene und
insbesondere die Frage, wodurch das Verhalten des Hundes ausgelöst
wurde, nicht eindeutig beantwortet werden können. Der Beschwerdeführer
macht geltend, das Video belege gerade die gute Führbarkeit und Gehor-
samkeit des Hundes; die Vorinstanz räumt ihrerseits in der Beschwerde-
antwort ein, das Studium des Videos gebe keinen zweifelsfreien Aufschluss
darüber, welcher Reiz den Angriff ausgelöst habe. Auch nach Auffassung
des Gerichts lässt die Aufnahme verschiedene Deutungen zu. Bereits dies
zeigt, dass eine fachkundige Einordnung des im Video gezeigten Verhal-
tens unabdingbar gewesen wäre.
Zwar wurde – wie erwähnt – das Fachgutachten vom 22. April 2024 einge-
holt. Dieses vermag jedoch keine genügende Grundlage für die Beurteilung
der entscheidwesentlichen Fragen zu bilden. Aus der Antwort der Gutach-
terin auf Frage 26, wie sie sich das gezeigte Verhalten beim Vorfall bzw.
den Vorfällen erkläre, ergibt sich mit hinreichender Deutlichkeit, dass ihr
das fragliche Video bzw. der darin dokumentierte Sachverhalt bei der Be-
gutachtung nicht bekannt war ("Es gab keinen Vorfall"). Davon ist ange-
- 15 -
sichts der gegenwärtigen Aktenlage auszugehen; die anderslautende Be-
hauptung in der Replik vom 26. Januar 2026 vermag an dieser Einschät-
zung nichts zu ändern. Es ist somit davon auszugehen, dass der VeD aus
nicht nachvollziehbaren Gründen – offenbar mangels Kenntnis der verfah-
rensrechtlichen Vorgaben – darauf verzichtet hatte, der Gutachterin das
Video zur Verfügung zu stellen, obwohl genau diese Aufnahme Anlass zur
Begutachtung gegeben hatte und dessen Kenntnis hierfür zentral gewesen
wäre.
Damit steht fest, dass die Fachperson ihre Einschätzung ohne Kenntnis
eines Sachverhaltselements abgab, das nach übereinstimmender Auffas-
sung aller Beteiligten für die Wesensbeurteilung des Hundes von erheb-
licher Bedeutung ist. Dieser Mangel wiegt schwer. Wenn ein Gutachten
explizit zur Abklärung der Gefährlichkeit eines Hundes eingeholt wird, muss
die sachverständige Person über Kenntnis aller wesentlicher Tatsachen
verfügen, welche die Gefährlichkeitsprognose beeinflussen können. Dies
gilt umso mehr, als das Video gerade Auslöser für die Begutachtung war.
Ein Gutachten, das den ihm selbst zugrunde liegenden Anlass nicht be-
rücksichtigt, beruht offensichtlich nicht auf vollständiger Tatsachengrund-
lage.
Hinzu kommt, dass das Gutachten auch unabhängig davon methodische
und inhaltliche Defizite aufweist. Dem Bericht ist nicht zu entnehmen, wie
die einzelnen Tests zur Wesensbeobachtung konkret ausgestaltet wurden,
unter welchen Bedingungen sie stattfanden und anhand welcher Kriterien
die Beobachtungen ausgewertet wurden. Die Begutachtungsschritte blei-
ben damit für Dritte kaum nachvollziehbar und einer nachträglichen Über-
prüfung nur beschränkt zugänglich. Weiter enthält das Gutachten Aussa-
gen zum Verhalten des Hundes in der gewohnten Umgebung sowie in be-
lebter oder ungewohnter Umwelt, ohne dass ersichtlich wäre, auf welcher
tatsächlichen Grundlage diese Einschätzungen beruhen. Laut einleitenden
Angaben wurde die Begutachtung auf einem Übungsplatz durchgeführt; wo
sich dieser befand, wie er ausgestaltet war und inwiefern er Rückschlüsse
auf die gewohnte oder eine belebte Umgebung des Hundes zuliess, bleibt
offen. Soweit Aussagen zur gewohnten Umgebung getroffen werden,
scheinen diese lediglich auf subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
zu beruhen. Gleiches gilt für die Feststellung, Kinderwagen, Jogger und
Velofahrer seien keine Probleme; eine nachvollziehbare Tatsachengrund-
lage hierfür ist dem Gutachten nicht zu entnehmen. Generell dürfte wohl
fraglich sein, ob das vom Amt für Verbraucherschutz zur Verfügung ge-
stellte Formular "Tierschutz und Hundegesetzgebung: Fachgutachten" ge-
eignet ist, um die in einem Fachgutachten wesentlichen Fragen zu klären
und als taugliche Entscheidungsgrundlage zu dienen.
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Sachverhaltsabklärung insgesamt
als klar unvollständig. Weder die Gefährlichkeit des Hundes noch die
- 16 -
Haltereignung des Beschwerdeführers konnten auf der Grundlage des vor-
liegenden Gutachtens zuverlässig beurteilt werden. Dazu kommt, dass wei-
tere sachverhaltsrelevante Umstände ungeklärt blieben: So ist etwa nicht
abgeklärt worden, um welches Kind es sich in der Videoaufnahme handelt
und ob die Person des Kindes oder die konkrete Inszenierung der Szene
für die Auslösesituation von Bedeutung war. Ebenso fehlt es an näheren
Feststellungen zu den tatsächlichen Haltungsbedingungen des Hundes.
Den Akten ist insbesondere nicht zu entnehmen, dass Vor-Ort-Abklärungen
oder Haltungskontrollen durchgeführt worden wären. Schliesslich wurden
auch die in der Meldung einer Hundetrainerin vom 13. Mai 2025 enthalte-
nen Hinweise auf weitere allenfalls gehaltene coupierte Hunde und mög-
liche tierschutzrechtliche Missstände vor Erlass des angefochtenen Ent-
scheids nicht näher untersucht, obwohl sie für die Beurteilung der Halter-
eignung des Beschwerdeführers potentiell erheblich sein könnten.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der rechtserhebliche Sachverhalt
im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids nicht hinreichend abgeklärt
war. Das vorliegende Fachgutachten ist weder schlüssig noch nachvoll-
ziehbar, beruht auf unvollständiger Aktenkenntnis der Gutachterin und er-
laubt damit keine verlässliche Beurteilung der Gefährlichkeit des Hundes
einerseits und der Eignung des Beschwerdeführers als Hundehalter ande-
rerseits.
4.2.
Die Mängel der Sachverhaltsabklärung schlagen sich vorliegend auch in
einer fehlerhaften Beweiswürdigung der Vorinstanz nieder. Diese stützte
sich im angefochtenen Entscheid einerseits auf einzelne Aussagen der
Gutachterin, namentlich auf die von ihr geschilderte Unerfahrenheit und
mangelnde Stabilität des Hundes, um daraus in Verbindung mit dem Video
nach eigener Beurteilung eine erhebliche Gefahr für Menschen und andere
Tiere abzuleiten. Andererseits wich sie gerade in der zentralen Fachfrage
der Gefährlichkeit des Hundes von der gutachterlichen Schlussfolgerung
ab, wonach ein Durchschnittsrisiko bestehe, der Hund in der derzeitigen
Haltungssituation belassen werden könne und keine Massnahmen notwen-
dig seien. In der Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2026 stellte sie sich
zudem auf den (an sich zutreffenden) Standpunkt, dem Gutachten komme
wegen der fehlenden Kenntnis des Videos und weiterer Ungereimtheiten
nur erheblich verminderter (Beweis-)Wert zu.
Diese Vorgehensweise ist widersprüchlich. Wenn die Vorinstanz davon
ausgeht, das Gutachten sei wegen fehlender Aktenkenntnis und methodi-
scher Schwächen in einem zentralen Punkt mangelhaft, kann sie sich nicht
ohne Weiteres gleichzeitig isoliert auf diejenigen Passagen stützen, die ihre
eigene Einschätzung zu bestätigen scheinen. Eine solche selektive Ver-
wertung ist mit einer sachgerechten Beweiswürdigung nicht vereinbar. Ent-
weder bildet das Gutachten eine hinreichend verlässliche fachliche Grund-
- 17 -
lage, dann ist – wie dargelegt – in Fachfragen nur bei Vorliegen triftiger
Gründe davon abzuweichen; oder aber seine Glaubwürdigkeit ist durch ge-
wichtige Umstände ernsthaft erschüttert, dann darf es auch nicht punktuell
herangezogen werden, ohne die offenen Fragen durch weitere Beweis-
erhebungen zu klären.
Hinzu kommt, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für ein Abweichen
von der fachgutachterlichen Einschätzung nicht in rechtsgenüglicher Weise
dargetan hat. Sie hat im angefochtenen Entscheid aus dem Video ge-
schlossen, der Hund werde aggressiv für Angriffe auf Menschen und wohl
auch andere Tiere abgerichtet und könne durch das Schreien eines Kindes
zu einer Attacke veranlasst werden. Gleichzeitig räumt das DGS im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren selbst ein, das Video lasse gerade keinen
zweifelsfreien Schluss darauf zu, welcher Reiz das Verhalten des Hundes
ausgelöst habe. Soweit das DGS geltend macht, die Gutachterin habe das
Video gar nicht gekannt, weshalb es sich nicht über eine entsprechende
fachliche Würdigung hinweggesetzt habe, vermag dies die klar unzu-
reichende Beweiswürdigung nicht zu retten. Trifft dies zu, so fehlt dem Gut-
achten in einem zentralen Punkt zwar die Grundlage; gerade deshalb hätte
die Vorinstanz aber nicht zugleich einzelne gutachterliche Aussagen ver-
werten und im Übrigen die entscheidende fachliche Lücke durch eine
eigene, fachfremde Deutung des Videos ersetzen dürfen. Vielmehr hätte
sie weitere Abklärungen, insbesondere ein neues oder ergänztes Gutach-
ten, veranlassen müssen.
Die willkürliche Beweiswürdigung liegt somit nicht bloss in einem allfälligen
unzutreffenden Verständnis einzelner Videosequenzen, sondern zusätzlich
vor allem darin, dass die Vorinstanz ein als mangelhaft erkanntes Gutach-
ten gleichzeitig teilweise verwertet, teilweise verwirft und die offen geblie-
benen fachlichen Fragen ohne genügende sachverständige Grundlage
selbst beantwortet hat. Dies genügt den aus fliessenden Anfor-
derungen an eine widerspruchsfreie und sachgerechte Beweiswürdigung
nicht.
4.3.
Sollten nach vollständiger Sachverhaltsabklärung ernsthafte Bedenken
hinsichtlich der Hundehaltung und der Haltereignung des Beschwerdefüh-
rers bestehen, setzte die Anordnung eines Hundehalteverbots als beson-
ders einschneidende Massnahme voraus, dass sie sich als verhältnismäs-
sig erweist. Das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36
Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) verlangt, dass Verwaltungsmassnahmen
zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet
und notwendig sind. Die Massnahme hat zu unterbleiben, wenn eine gleich
geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausrei-
chen würde. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünf-
- 18 -
tigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt
werden; es muss mit anderen Worten eine vernünftige Zweck-Mittel-Rela-
tion bestehen (Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2025.202 vom
24. März 2026, Erw. II/6.1, m.w.H.)
Den vorinstanzlichen Erwägungen ist indessen nicht zu entnehmen, dass
überhaupt geprüft worden wäre, ob allenfalls weniger einschneidende
Massnahmen in Betracht gefallen wären. Sie hat damit nicht nur den Un-
tersuchungsgrundsatz verletzt, sondern auch ihr Ermessen nicht pflichtge-
mäss ausgeübt (vgl. zur Ermessensausübung Entscheid des Verwaltungs-
gerichts WBE.2025.202 vom 24. März 2026, a.a.O.).
4.4.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Die Sa-
che ist an den VeD zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zu neuer
Entscheidung zurückzuweisen.
Der VeD wird den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig abzuklären
und hernach auf neuer Grundlage neu zu entscheiden haben. Dabei wird
er insbesondere den Mängeln der bisherigen Begutachtung Rechnung zu
tragen und die für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Hundes einerseits
sowie der Haltereignung des Beschwerdeführers andererseits wesent-
lichen Umstände umfassend zu klären haben. Ebenso werden die weiteren
aktenkundigen Hinweise, soweit sie für die Beurteilung erheblich sind (z.B.
Meldung der Hundetrainerin vom 13. Mai 2025), einzubeziehen sein.
Der Beschwerdeführer ist abschliessend darauf hinzuweisen, dass er im
weiteren Verfahren im Rahmen von § 23 Abs. 1 VRPG zur Mitwirkung ver-
pflichtet bleibt. Verweigert er zumutbare Mitwirkungshandlungen, kann dies
nach vorgängiger Androhung der Säumnisfolgen bei der Beweiswürdigung
zu seinen Ungunsten berücksichtigt werden.
III.
1.
Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach
Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt; den
Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwie-
gende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben
(§ 31 Abs. 2 VRPG). Eine Rückweisung der Sache an eine Vorinstanz –
wie hier subeventualiter beantragt – mit offenem Verfahrensausgang gilt
dabei nach konstanter Praxis des Verwaltungsgerichts als vollständiges
Obsiegen der Beschwerdeführenden (Entscheid des Verwaltungsgerichts
WBE.2025.149 vom 5. Juni 2025, Erw. III/1 m.w.H.). Der Vorinstanz (DGS,
Generalsekretariat) ist vorzuwerfen, den Sachverhalt ungenügend abge-
klärt zu haben und trotz Kenntnis der Mangelhaftigkeit des Gutachtens teil-
weise und selektiv auf dieses Bezug genommen zu haben. Dies ist als
- 19 -
schwerwiegender Verfahrensmangel zu qualifizieren. Entsprechend hat
das DGS, Generalsekretariat die verwaltungsgerichtlichen Kosten zu tra-
gen.
2.
2.1.
Die Parteikosten werden im Beschwerdeverfahren in der Regel ebenfalls
nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt.
Anders als bei den Verfahrenskosten werden die Behörden in dieser Hin-
sicht nicht privilegiert, sondern den übrigen Parteien gleichgestellt (§ 32
Abs. 2 VRPG).
Der Beschwerdeführer ist auch bei der Verlegung der Parteikosten als ob-
siegend zu betrachten (siehe vorne Erw. III/1). Das unterliegende DGS,
Generalsekretariat, hat ihm die vor Verwaltungsgericht entstandenen Par-
teikosten zu ersetzen. Was das vorinstanzliche Verfahren betrifft, ist eben-
falls von einem vollständigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszuge-
hen, da der vorinstanzliche Entscheid aufgehoben und die Angelegenheit
zur Neubeurteilung an die Erstinstanz zurückgewiesen wird.
2.2.
In Verwaltungs(gerichts)verfahren, die – wie hier – das Vermögen der Par-
teien weder direkt noch indirekt beeinflussen, gelten für die Bemessung der
Parteientschädigung nach § 8a Abs. 3 des Dekrets über die Entschädigung
der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif; SAR 291.150) die §§ 3
Abs. 1 lit. b (Grundentschädigung) und 6 ff. (ordentliche und ausserordent-
liche Zu- und Abschläge) Anwaltstarif sinngemäss. Innerhalb des Rahmens
von Fr. 1ʹ210.00 bis Fr. 14ʹ740.00 richtet sich die Entschädigung nach dem
mutmasslichen Aufwand der Anwältin oder des Anwalts sowie der Bedeu-
tung und Schwierigkeit des Falles (§ 3 Abs. 1 lit. b Anwaltstarif). Erfordert
ein Verfahren nur geringe Aufwendungen, vermindert sich die Entschädi-
gung um bis zu 50 % (§ 7 Abs. 2 Anwaltstarif). Durch die Grundentschädi-
gung sind abgegolten: Instruktion, Aktenstudium, rechtliche Abklärungen,
Korrespondenz und Telefongespräche sowie eine Rechtsschrift und die
Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung (§ 6 Abs. 1 Anwaltstarif).
Die Entschädigung wird als Gesamtbetrag festgesetzt, wobei Auslagen und
Mehrwertsteuer darin enthalten sind (§ 8c Abs. 1 Anwaltstarif).
2.3.
Im vorinstanzlichen Verfahren fand keine Verhandlung statt. Der mutmass-
liche Aufwand des Rechtsvertreters und die Komplexität der Materie sind
als unterdurchschnittlich zu bezeichnen, auch angesichts des überschau-
baren Aktenumfangs. Höher zu gewichten ist die Bedeutung des Falles für
den Beschwerdeführer. Es rechtfertigt sich gesamthaft betrachtet, die Par-
teientschädigung im unteren Bereich des Rahmens von § 3 Abs. 1 lit. b An-
waltstarif anzusetzen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren er-
- 20 -
scheint eine Parteientschädigung für die Vertretung des Beschwerdefüh-
rers im vorinstanzlichen Verfahren in Höhe von Fr. 2'600.00 (inkl. Auslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen. Der VeD hat ihm diese zu ersetzen.
2.4.
Vor Verwaltungsgericht fand ebenfalls keine Verhandlung statt. Der mut-
massliche Aufwand des Rechtsvertreters ist in diesem Verfahren geringer
aufgrund der Vorkenntnisse des Falles. Es rechtfertigt sich gesamthaft be-
trachtet auch hier, die Parteientschädigung im unteren Bereich des weiten
Rahmens von § 3 Abs. 1 lit. b Anwaltstarif anzusetzen. Unter Berücksichti-
gung sämtlicher Faktoren erscheint eine Parteientschädigung für die Ver-
tretung des Beschwerdeführers im verwaltungsgerichtlichen Verfahren in
Höhe von Fr. 2'200.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) als angemes-
sen. Diese hat ihm das DGS, Generalsekretariat, zu ersetzen.
Das Verwaltungsgericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Depar-
tements Gesundheit und Soziales, Generalsekretariat, vom 9. Oktober
2025 und damit auch der Entscheid des Veterinärdienstes vom 12. März
2025 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur weiteren Sachverhaltsabklä-
rung und anschliessenden Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an
den Veterinärdienst zurückgewiesen.
2.
Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-
richtsgebühr von Fr. 1'800.00, werden dem DGS, Generalsekretariat auf-
erlegt.
3.
3.1.
Der Veterinärdienst wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die im Verfah-
ren vor dem Departement Gesundheit und Soziales, Generalsekretariat,
entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 2'600.00 zu ersetzen.
3.2.
Das Departement Gesundheit und Soziales, Generalsekretariat, wird ver-
pflichtet, dem Beschwerdeführer die im verwaltungsgerichtlichen Verfahren
entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 2'200.00 zu ersetzen.
- 21 -
Zustellung an:
den Beschwerdeführer (Vertreter)
das DGS, Generalsekretariat
Mitteilung an:
das DGS, Amt für Verbraucherschutz, Veterinärdienst
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht,
kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht
innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor
bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und
vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde
muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter
Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit
Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als
Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-
desgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichts-
gesetz, BGG; SR 173.110]).
Aarau, 7. August 2026
Verwaltungsgericht des Kantons Aargau
1. Kammer
Vorsitz: Gerichtsschreiberin:
Schircks Erny
Referenzen
Bestimmungsliste
- WBE.2025.405Hundehalteverbot und Gefährlichkeitsgutachten