VB.2025.00730
ZH Verwaltungsgericht
Kündigung während der Probezeit
Veröffentlicht am 21. August
Entschieden am 30. Juli
Der Volltext wird in der Originalsprache angezeigt (Deutsch).
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2025.00730
Standard Suche
Erweiterte Suche
Hilfe
Druckansicht
Geschäftsnummer:
VB.2025.00730
Entscheidart und -datum:
Endentscheid vom 30.07.2026
Spruchkörper:
4. Abteilung/4. Kammer
Weiterzug:
Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.
Rechtsgebiet:
Personalrecht
Betreff:
Kündigung
[Der als Förderlehrperson auf Sekundarstufe tätigen Beschwerdeführerin wurde noch während der Probezeit gekündigt, weil sie durch ihr Verhalten die Teambildung bei den schulischen Heilpädagoginnen und den Lehrpersonen für Deutsch erheblich gestört habe, indem sie die berufliche Qualifikation des Schulleiters des Ressorts Sonderpädagogik vor dem ganzen Team in Frage stellte.]
Die während des hängigen Rekursverfahrens erhobene Rechtsverzögerungsbeschwerde wurde mit dem Entscheid der Bildungsdirektion gegenstandslos (E. 1.3). Während der Probezeit ist die Kündigung durch die arbeitgebende Behörde praxisgemäss bereits zulässig, wenn aufgrund der Wahrnehmungen der Vorgesetzten die Annahme hinreichend begründet erscheint, dass der Ausweis der Fähigkeit oder der Eignung nicht erbracht ist und voraussichtlich auch nicht mehr erbracht werden kann (E. 2.1). Mit ihrem Verhalten brachte die Beschwerdeführerin deutlich zum Ausdruck, dass sie nicht bereit war, sich konstruktiv in die Hierarchie und das Team einzuordnen. Angesichts der fehlenden Kooperationsbereitschaft und der in Frage gestellten Einordnung in die schulische Führungsstruktur war die Kündigung zulässig und entspricht dem Zweck der Probezeit (E. 2.4). Die Gerichtskosten für das Verfahren betreffend die Rechtsverzögerung sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, da der Vorwurf aufgrund einer summarischen Beurteilung unbegründet erscheint und die Beschwerde deshalb mutmasslich abzuweisen gewesen wäre (E. 4.1).
Abweisung der Beschwerde im Verfahren VB.2025.00730 / Abschreibung des Verfahrens VB.2025.00545 infolge Gegenstandslosigkeit.
Stichworte:
BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÄLTNISSES
KÜNDIGUNG
LEHRPERSON
PROBEZEIT
Rechtsnormen:
§ 7a Abs. 1 LPG 412.31
§ 18 Abs. 2 PG
Publikationen:
- keine -
Gewichtung:
(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
Gewichtung: 3
Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich
4. Abteilung
VB.2025.00730,
VB.2025.00545
Urteil
der 4. Kammer
vom 30. Juli 2026
Mitwirkend: Abteilungspräsidentin
Tamara Nüssle (Vorsitz), Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter
Reto Häggi Furrer, Gerichtsschreiber Matthias Neumann.
In Sachen
A,
vertreten
durch RA B,
Beschwerdeführerin,
gegen
Gemeinde C,
vertreten
durch die Schulpflege C,
vertreten
durch RA D,
Beschwerdegegnerin
(VB.2025.00730)
und Mitbeteiligte
(VB.2025.00545),
und
Bildungsdirektion Kanton Zürich,
Generalsekretariat, Rekursabteilung,
Beschwerdegegnerin
(VB.2025.00545),
betreffend Kündigung,
hat sich
ergeben:
I.
A, geboren 1983, wurde von der
Gemeinde C per 1. August 2024 als Förderlehrperson auf der Sekundarstufe
angestellt. Die Schulpflege der Schule C beschloss am 16. September 2024,
das Anstellungsverhältnis mit A während der Probezeit per 4. Oktober 2024
zu kündigen.
II.
Dagegen
rekurrierte A am 16. Oktober 2024 an die Bildungsdirektion des Kantons
Zürich, welche in der Folge einen Schriftenwechsel durchführte.
III.
A.
Am
5. September 2025 erhob A eine Rechtsverzögerungsbeschwerde beim
Verwaltungsgericht und beantragte, die Bildungsdirektion sei anzuweisen,
unverzüglich über den Rekurs zu entscheiden (Verfahren VB.2025.00545).
B.
Mit
Verfügung vom 1. Oktober 2025 wies die Bildungsdirektion des Kantons
Zürich den Rekurs von
ab (Dispositiv-Ziff. I), nahm die Verfahrenskosten auf die
Staatskasse (Dispositiv-Ziff. II) und sprach in Dispositiv-Ziff. III
keine Parteientschädigungen zu.
Am 5. November 2025
führte A dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht
(Verfahren VB.2025.00730) und beantragte, unter Entschädigungsfolge sei der
Rekursentscheid vom 1. Oktober 2025 aufzuheben und die Gemeinde C sei zu
verpflichten, ihr eine Entschädigung von Fr. 28'245.75 netto zuzüglich
Zins zu 5 % seit Rekurseinreichung zu bezahlen.
Die
Bildungsdirektion verzichtete am 5. Dezember 2025 auf Vernehmlassung. Die
Gemeinde C schloss mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2025 auf
Abweisung der Beschwerde unter Entschädigungsfolge.
Hierzu äusserte sich A am 26. Januar 2026. Am
7. Mai 2026 erkundigte sich A nach dem Verfahrensstand.
C.
Im
Verfahren VB.2025.00545 reichte die Bildungsdirektion am 7. Oktober 2025 die
Beschwerdeantwort ein und beantragte unter Hinweis auf den zwischenzeitlich
ergangenen Rekursentscheid vom 1. Oktober 2025, das Verfahren infolge
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Am 22. Oktober 2025 beantragte A
ebenfalls die Abschreibung des Verfahrens wegen Gegenstandslosigkeit, wobei ihr
zu Lasten des Kantons Zürich eine angemessene Parteientschädigung auszurichten
sei.
Die Kammer
erwägt:
1.
1.1
Nach
§ 71 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG,
LS 175.2) in Verbindung mit Art. 125 lit. c der
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (SR 272) kann das Gericht
mehrere Verfahren zur Vereinfachung des Prozesses vereinigen. In diesem Sinn
sind die Verfahren VB.2025.00545 und VB.2025.00730, die die gleiche Streitsache
betreffen, zu vereinigen.
1.2
Das
Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen Rekursentscheide der
Bildungsdirektion über Anordnungen einer Gemeinde betreffend das
Anstellungsverhältnis einer Lehrperson sowie für Rechtsverzögerungsbeschwerden
betreffend solche Rekursverfahren zuständig (§§ 41 ff. VRG und
§ 10 des Lehrpersonalgesetzes vom 10. Mai 1999 [LPG,
LS 412.31]).
1.3
Am
1. Oktober 2025 fällte die Bildungsdirektion den anbegehrten Entscheid in
der Hauptsache (Verfahren VB.2025.00730). Damit wurde die
Rechtsverzögerungsbeschwerde im Verfahren VB.2025.00545
gegenstandslos, was auch die
Beschwerdeführerin
anerkennt.
1.4
Die
Beschwerdeführerin beantragt in der Hauptsache eine Entschädigung in der Höhe
von Fr. 28'245.75, sodass über die Angelegenheit in Dreierbesetzung zu
entscheiden ist (§ 38 Abs. 1 in Verbindung mit § 38b Abs. 1
lit. c e contrario VRG). Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die Beschwerde im Verfahren VB.2025.00730 einzutreten.
2.
2.1
Die
ersten fünf Monate des Arbeitsverhältnisses der Lehrpersonen gelten als
Probezeit. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beidseitig unter
Einhaltung einer Kündigungsfrist von sieben Tagen auf den letzten Schultag vor
den Schulferien aufgelöst werden (§ 7a Abs. 1 LPG). Zulässigkeit und
Verfahren der Kündigung werden im Übrigen nicht weiter geregelt, sodass
diesbezüglich die für das übrige Staatspersonal anwendbaren Bestimmungen,
namentlich das Personalgesetz vom 27. September 1998 (PG, LS 177.10)
und die dazugehörigen Verordnungen zur Anwendung kommen (§ 2 LPG).
Nach § 18
Abs. 2 PG darf die Kündigung durch die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber
nicht missbräuchlich sein und setzt sie einen sachlich zureichenden Grund
voraus. Während der
Probezeit ist die Kündigung durch die arbeitgebende Behörde praxisgemäss
bereits zulässig, wenn aufgrund der Wahrnehmungen der Vorgesetzten die Annahme
hinreichend begründet erscheint, dass der Ausweis der Fähigkeit oder der
Eignung nicht erbracht ist und voraussichtlich auch nicht mehr erbracht werden
kann. Die Auflösung muss von der betroffenen Person nicht verschuldet sein und
kann sich auch auf objektive Gründe stützen. Die begründete Feststellung etwa,
dass die sich um eine definitive Anstellung bewerbende Person dem Stellenprofil
nicht entspricht, reicht aus. Dies hat seinen Grund darin, dass die Probezeit
den Parteien die Möglichkeit bieten soll, einander möglichst zwanglos
kennenzulernen, was zur Schaffung eines Vertrauensverhältnisses notwendig ist.
Sie erlaubt den Parteien, abzuschätzen, ob sie die gegenseitigen Erwartungen
erfüllen, und sie werden in die Lage versetzt, über die in Aussicht genommene
langfristige Bindung in Kenntnis der konkreten Umstände zu urteilen. Vor Ablauf
der Probezeit können beide Parteien mithin nicht darauf vertrauen, das
Arbeitsverhältnis werde langfristig Bestand haben (zum Ganzen VGr, 19. Juni
2025, VB.2024.00655, E. 3.2 mit Hinweisen). In der Probezeit wirkt die
Abschlussfreiheit nach, und diese räumt der Arbeitgeberin grundsätzlich die
Möglichkeit ein, das Dienstverhältnis aufzulösen, um eine Person zu suchen,
welche die Voraussetzungen besser erfüllt (VGr, 16. Mai 2024,
VB.2023.00570, E. 2.4; vgl. BGE 134 III 108 E. 7.1.1).
2.2
Die Schulpflege
begründete die Kündigung im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin
durch ihr Verhalten die Teambildung bei den schulischen Heilpädagoginnen und
Heilpädagogen und den Lehrpersonen für Deutsch als Zweitsprache erheblich
gestört habe, indem sie am 20. August 2024 dem Schulleiter des Ressorts
Sonderpädagogik vor dem ganzen Team sagte: "Welche Ausbildung hast Du, um
meine Arbeit als Schulische Heilpädagogin richtig beurteilen zu können?".
In der Folge sei die Beschwerdeführerin vom Schulleiter am 27. August 2024
mit dieser Aussage konfrontiert und es seien ihr die Erwartungen an die
zukünftige Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Team mitgeteilt worden.
Darauf habe sich die Beschwerdeführerin am 28. August 2024 mit einer
E-Mail an den Pädagogischen Leiter Bildung und den Schulpflegepräsidenten
gewendet, worin sie die vom Schulleiter vorgeschlagenen Massnahmen als
rechtswidrig und missbräuchlich bezeichnete. Zudem habe sie ihre Aussage damit
gerechtfertigt, dass der Schulleiter nicht über die für seine Funktion
erforderliche Ausbildung verfüge, was sein mannigfaches Fehlverhalten erkläre.
Die Schulpflege erachtet daher eine Zusammenarbeit der Beschwerdeführerin mit
ihrem vorgesetzten Schulleiter als nicht möglich; und zudem gefährde das
Verhalten der Beschwerdeführerin das Arbeitsklima im Team (vgl. zum Ganzen den
ausführlich begründeten Kündigungsbeschluss vom 16. September 2024).
Die Vorinstanz kommt im
angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die Schwierigkeiten in der
Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin hinreichend dargetan und
nachvollziehbar seien. Durch ihr Verhalten habe sie die Entstehung eines
Vertrauensverhältnisses zwischen ihr und dem Schulleiter verhindert. Bei der
Kündigung handle es sich nicht um eine "Retorsionsmassnahme".
2.3
Vor
Verwaltungsgericht rügt die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin eine
willkürliche Feststellung des Sachverhalts und Verletzung des rechtlichen
Gehörs. Aus der Beschwerdebegründung welche zwischen der Begründung des
Ausgangsbeschlusses, den Vorbringen der Beschwerdeführerin im Rekurs und
einzelnen Erwägungen des vorinstanzlichen Entscheids umherspringt geht aber
einzig hervor, dass die Beschwerdeführerin die rechtliche Würdigung des
Sachverhalts und nicht die Feststellung des Sachverhalts bemängelt. Die
Sachverhaltselemente, auf welche sich der Kündigungsbeschluss der Schulpflege abstützt,
sind denn auch unbestritten. Im Übrigen ist der vorinstanzliche Entscheid sehr
ausführlich begründet, sodass der Beschwerdeführerin dessen sachgerechte
Anfechtung ohne Weiteres möglich war.
In der Sache macht die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass sie sich zu Recht gegen die
Abmahnung des Schulleiters vom 27. August 2024, die eine blosse Frage
sanktionieren wollte, gewehrt habe. Dass die Schulpflege in der Folge auf ihre
Beschwerde hin mit der Kündigung reagierte, sei missbräuchlich.
2.4
Die
Beschwerdeführerin verkennt, dass die Schulleitung bzw. der Schulleiter für die
personelle Führung sowie Beurteilung der Lehrpersonen verantwortlich ist (vgl. § 44
Abs. 2 lit. a Ziff. 2 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar
2005 [LS 412.100]). Vor dem Team stellte die Beschwerdeführerin die
berufliche Qualifikation des Schulleiters in Frage. In der Folge weigerte sie
sich, ihr diesbezügliches Verhalten zu reflektieren und sich kooperativ zu
verhalten. Stattdessen warf sie dem Schulleiter ein rechtswidriges und
missbräuchliches Verhalten vor; hierfür bestehen indessen schlicht keine
Anhaltspunkte. Damit brachte die Beschwerdeführerin deutlich zum Ausdruck, dass
sie nicht bereit war, sich konstruktiv in die Hierarchie und das Team
einzuordnen. Weiter übersieht die Beschwerdeführerin, dass für die Schulpflege
kein Grund bestand, zwischen ihr und dem Schulleiter zu vermitteln bzw. nach
dem E-Mail-Schreiben der Beschwerdeführerin vom 28. August 2024 an die
Schulpflege den Schulleiter in die Pflicht zu nehmen. Der Schulleiter hat am
Gespräch vom 27. August 2024 zu Recht die Anforderungen an die
Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdeführerin und der Schulleitung sowie den
übrigen (Fach-)Lehrpersonen definiert. Angesichts der fehlenden
Kooperationsbereitschaft und der in Frage gestellten Einordnung in die
schulische Führungsstruktur ist es ohne Weiteres zulässig, das
Anstellungsverhältnis in der Probezeit zu kündigen (vgl. VGr, 22. Dezember
2025, VB.2025.00429, E. 2.2.3 und 4. April 2024, VB.2023.00593,
E. 3.3); diese einfachere Möglichkeit der Kündigung gehört zum Zweck der
Probezeit (vgl. E. 2.1).
3.
Nach dem Gesagten
ist das Verfahren VB.2025.00545
als gegenstandslos
geworden abzuschreiben und die Beschwerde im Verfahren VB.2025.00730 abzuweisen.
4.
4.1
In
personalrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert bis Fr. 30'000.-
werden keine Gerichtskosten erhoben (§ 65a Abs. 3 Satz 1 VRG).
Für das Verfahren VB.2025.00730 sind der unterliegenden Beschwerdeführerin
daher keine Kosten aufzuerlegen und die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 2'500.-
ist auf die Gerichtskasse zu nehmen. Nicht kostenlos ist hingegen das Verfahren
VB.2025.00545, da die Beschwerdeführerin im Rekursverfahren eine
Entschädigungsforderung von rund Fr. 34'000.- stellte (vgl. VGr, 23. Januar
2025, VB.2024.00421, E. 2). Die Gerichtskosten für das Verfahren VB.2025.00545
sind unter Berücksichtigung von § 4 Abs. 2 der Gebührenverordnung
des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (LS 175.252) mit Fr. 595.-
(inkl. Zustellkosten) festzusetzen.
Bei gegenstandslos
gewordenen Verfahren berücksichtigt das Verwaltungsgericht praxisgemäss, wer
mutmasslich unterlegen wäre oder die Gegenstandslosigkeit bzw. das gegenstandslos
gewordene Verfahren verursacht hat (vgl. VGr, 14. März 2024,
VB.2024.00051, E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Parteien haben
im Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden Anspruch auf Beurteilung
innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom
18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. auch § 4a
VRG
). Die Angemessenheit der Frist beurteilt sich nach
den Umständen des Einzelfalls. Dabei ist dem Umfang und der Schwierigkeit des
Falls, der Wichtigkeit der Angelegenheit für die Betroffenen und dem Verhalten
der Parteien und der Rechtsmittelinstanz angemessen Rechnung zu tragen. Eine
Verletzung kann insbesondere darin liegen, dass die Rechtsmittelinstanz während
längerer Zeit überhaupt keine Verfahrenshandlungen vornimmt. In diesem Sinn
sind Rekursverfahren vor der Bildungsdirektion nach § 27c Abs. 1 Satz 1
VRG
grundsätzlich innert 60 Tagen nach Abschluss der
Sachverhaltsermittlungen zu entscheiden. Hierbei handelt es sich um eine
Ordnungsvorschrift, deren Verletzung keine Rechtsfolgen zeitigt (statt vieler
VGr, 23. Oktober 2025, VB.2025.00411, E. 2.1 mit Hinweisen). Im
Hinblick auf die Prozessaussichten genügt eine summarische Begründung und muss
es bei einer knappen Beurteilung der Aktenlage sein Bewenden haben (vgl. VGr,
12. August 2025, VB.2025.00248, E. 3.1).
Die Beschwerdeführerin ersuchte die
Vorinstanz am 26. Mai 2025 um Mitteilung, wann der Rekursentscheid
zugestellt werde. Die Vorinstanz stellte dies für den August 2025 in Aussicht,
worauf sich die Beschwerdeführerin am 1. September 2025 abermals bei der
Vorinstanz erkundigte. Am 5. September 2025 wurde die
Rechtsverzögerungsbeschwerde eingereicht und schliesslich erging am
1. Oktober 2025 der Rekursentscheid. Da lediglich eine finanzielle
Forderung für ein während der Probezeit gekündigtes Anstellungsverhältnis im
Streit liegt und die Vorinstanz während der Sommermonate, wie sie zu Recht
vorbringt, zeitlich prioritär Rekurse gegen Schullaufbahnentscheide und gegen
negative Aufnahmeentscheide behandelt, ist der Vorwurf der Rechtsverzögerung
bei einer summarischen Beurteilung unbegründet.
Demgemäss
wäre die Beschwerde mutmasslich abzuweisen gewesen und sind die Gerichtskosten dafür
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
4.2
Eine
Parteientschädigung steht der unterliegenden Beschwerdeführerin nicht zu
(§ 17 Abs. 2 VRG). Dem in ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig
gewordenen Gemeinwesen steht praxisgemäss ebenfalls keine Parteientschädigung
zu
(vgl. VGr, 22. Juni 2023,
VB.2022.00754, E. 7 mit Hinweisen).
5.
Der Streitwert
beträgt mehr als Fr. 15'000.-, sodass als Rechtsmittel auf die Beschwerde
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zu
verweisen ist ().
Demgemäss erkennt die Kammer:
1. Die Verfahren VB.2025.00545 und VB.2025.00730 werden
vereinigt.
2. Das Verfahren VB.2025.00545 wird als
gegenstandslos
geworden abgeschrieben. Die Beschwerde im Verfahren VB.2025.00730 wird
abgewiesen.
3. Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 3'000.--; die übrigen Kosten betragen:
Fr. 190.--
Zustellkosten,
Fr. 3'190.-- Total der Kosten.
4. Die Gerichtskosten werden im Betrag von
Fr. 595.- der Beschwerdeführerin auferlegt. Im Übrigen werden die
Gerichtskosten auf die Gerichtskasse genommen.
5. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.
6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des
Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen,
von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14,
einzureichen.
7. Mitteilung
an:
a) die Parteien;
b) die Bildungsdirektion.
Referenzen
Bestimmungsliste
- VB.2025.00730Kündigung während der Probezeit