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KE.2026.00025

ZH Verwaltungsgericht

Verwaltungsverfahren

Nachträglicher Erlass von Gerichtskosten

Veröffentlicht am 29. August

Entschieden am 14. August

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Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: KE.2026.00025
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Geschäftsnummer:
KE.2026.00025
Entscheidart und -datum:
Endentscheid vom 14.08.2026
Spruchkörper:
2. Abteilung/Einzelrichter
Weiterzug:
Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.
Rechtsgebiet:
Übriges Verwaltungsrecht
Betreff:
Kostenerlass
[Mit Urteil vom 31. Dezember 2025 wurden dem Gesuchsteller in den Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 die Gerichtskosten im Betrag von insgesamt Fr. 340.- auferlegt.] Für den nachträglichen Erlass der Gerichtskosten ist § 16 Abs. 1 VRG betreffend die unentgeltliche Rechtspflege analog anwendbar (E. 2.1). Wurde im Verfahren kein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gestellt, kommt ein späterer Erlass der Gerichtskosten somit nur bei Nachweis, dass die Bedürftigkeit erst nach der Entscheidfällung eingetreten ist oder dass sich die finanziellen Verhältnisse seither verschlechtert haben, in Betracht (E. 2.2). Der Gesuchsteller vermag keinen Nachweis zu erbringen, dass die Bedürftigkeit erst nach der Entscheidfällung eingetreten ist oder das sich die finanziellen Verhältnisse seither verschlechtert haben (E. 3.2). Abweisung des Kostenerlassgesuchs. Abtretung der Forderungen aus den Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 an das Obergericht des Kantons Zürich (Zentrales Inkasso).
Stichworte:
KOSTENERLASS
UNENTGELTLICHE PROZESSFÜHRUNG (UP)
Rechtsnormen:
- keine -
Publikationen:
- keine -
Gewichtung:
(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
Gewichtung: 5
Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich
2. Abteilung
KE.2026.00025
Urteil
des Einzelrichters
vom 14. August 2026
Mitwirkend: Verwaltungsrichter
Moritz Seiler, Gerichtsschreiber Luka Markić.
In Sachen
A,
Gesuchsteller,
betreffend Kostenerlass,
hat sich ergeben:
I.
A.
Mit Entscheid vom
28. Januar 2025 wies das kantonale Steueramt, Bezugsdienst, das Gesuch von
A vom August 2024 (eingegangen am 4. September 2024) um Erlass der Staats-
und Gemeindesteuern und der direkten Bundessteuer 2011–2018, Nachsteuern samt Zinsen,
Bussen und Verfahrenskosten, im Betrag von Fr. 6'946.30 ab.
B.
Gegen diesen
Entscheid erhob A am 10. März 2025 Rekurs mit dem sinngemässen Antrag, es
sei das Gesuch um Steuererlass gutzuheissen. Auf den Rekurs trat die
Finanzdirektion mit Verfügung vom 19. August 2025 wegen Verspätung nicht
ein.
C.
Gegen die eben
genannte Verfügung gelangte A am 26. September 2025 (Poststempel:
28. September 2025) an das Verwaltungsgericht. Mit Urteil vom
31. Dezember 2025 trat der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts auf die
vereinigten Beschwerden SB.2025.00113 und SB.2025.00114 nicht ein. Die
Gerichtskosten im Betrag von Fr. 187.50 (SB.2025.00113) und im Betrag von
Fr. 152.50 (SB.2025.00114) auferlegte er A.
D.
Auf die gegen das
Urteil vom 31. Dezember 2025 erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht
mit Urteil vom 11. März 2026 (9D_3/2026) nicht ein.
II.
Mit Schreiben vom 4. August
2026 (Poststempel: 10. August 2026) gelangte A (nachfolgend: der
Gesuchsteller) an das Verwaltungsgericht und ersuchte um Erlass der ihm in den
Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 auferlegten Gerichtskosten im Betrag
von insgesamt Fr. 340.-.
Das Verwaltungsgericht zog die
Akten der Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 bei.
Der Einzelrichter
erwägt:
1.
Für die
Behandlung von Kostenerlassgesuchen ist seit dem 1. Januar 2026 diejenige
Abteilung des Verwaltungsgerichts zuständig, die den dem Gesuch zugrunde
liegenden Entscheid gefällt hat (VGr, 23. Januar 2026, KE.2026.00001,
E. 2.3; Antrag des Verwaltungsgerichts vom 19. November 2024 an den
Kantonsrat, KR-Nr. 20/2025, Beschluss des Kantonsrates über die
Genehmigung der Änderung der Organisationsverordnung des Verwaltungsgerichts,
publ. in: ABl 2025-02-07, Meldungsnummer: RS-ZH01-0000001291, S. 4). Da
der Streitwert weniger als Fr. 20'000.- beträgt und dem Fall keine
grundsätzliche Bedeutung zukommt, hat der Einzelrichter über das vorliegende
Gesuch zu befinden (vgl. § 38b Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).
2.
2.1
Für den
nachträglichen Erlass der Gerichtskosten ist § 16 Abs. 1 VRG
betreffend die unentgeltliche Rechtspflege entsprechend anwendbar (vgl. Kaspar
Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014, § 16 N. 17). Gemäss
§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 1 VRG – der
insoweit mit der Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung
(BV) übereinstimmt – kann Privaten die Bezahlung von Verfahrenskosten ganz oder
teilweise erlassen werden, wenn ihnen die nötigen Mittel fehlen und ihr
Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint.
2.2
Gesuche um
unentgeltliche Prozessführung sind spätestens zu stellen, bevor der
Endentscheid ergeht; nach Eröffnung des Endentscheids kommt nur noch ein Gesuch
um nachträglichen Kostenerlass infrage (Plüss, § 16 N. 61). Die
Möglichkeit, um einen Kostenerlass nachzusuchen, ist daher grundsätzlich
subsidiär zur Möglichkeit, die unentgeltliche Prozessführung zu beantragen.
Demzufolge ist es nicht zulässig, ein versäumtes Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung bzw. ein versäumtes diesbezügliches Rechtsmittel dadurch zu
kompensieren, dass nachträglich ein Erlassgesuch gestellt wird. Wurde im
Verfahren kein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gestellt, kommt ein
späterer Erlass der Gerichtskosten nur bei Nachweis, dass die Bedürftigkeit
erst nach der Entscheidfällung eingetreten ist oder dass sich die finanziellen
Verhältnisse seither verschlechtert haben, in Betracht (statt vieler VGr,
23. Januar 2026, KE.2026.00001, E. 2.2; VGr, 12. September 2025,
KE.2025.00009, E. 2.2; VGr, 27. August 2025, KE.2025.00005,
E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. Plüss, § 16 N. 17).
3.
3.1
Da der
Gesuchsteller in den Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 nicht um
unentgeltliche Prozessführung ersuchte, kommt ein Erlass der Gerichtskosten
vorliegend nur bei Nachweis in Betracht, dass die Bedürftigkeit erst nach der
Entscheidfällung eingetreten ist oder dass sich die finanziellen Verhältnisse
seither verschlechtert haben (E. 2.2 hiervor).
3.2
Einen solchen
Nachweis vermag der Gesuchsteller nicht zu erbringen. Ein solcher ist weder in
den beigezogenen Akten noch in den durch den Gesuchsteller eingereichten
Unterlagen ersichtlich. Die finanzielle Situation des Gesuchstellers
unterscheidet sich nicht von derjenigen vor Ergehen des verwaltungsgerichtlichen
Urteils vom 31. Dezember 2025 in den Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114.
Folglich ist das Kostenerlassgesuch abzuweisen. Umstände, die eine
(ausnahmsweise) Gutheissung aus Billigkeitsgründen rechtfertigen würden, sind
nicht ersichtlich. Die unbestritten prekäre finanzielle Situation des Gesuchstellers
stellt keinen solchen Grund dar (VGr, 11. Mai 2026, KE.2026.00013,
E. 2.2).
3.3
Im Hinblick auf
die ungewisse Einbringlichkeit der Forderung der Gerichtskasse aus den
Verfahren SB.2025.00113 und SB.2025.00114 ist diese an das Obergericht des Kantons
Zürich (Zentrales Inkasso) abzutreten. Es wird am Obergericht sein, den
fraglichen Betrag einzutreiben. Der Gesuchsteller wird somit das Obergericht zu
gegebener Zeit um Ratenzahlung oder Stundung der Forderungen ersuchen können.
4.
Die Kosten des vorliegenden
Verfahrens sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.
Die Beschwerde
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht ist gegen
Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben ausdrücklich
ausgeschlossen (Art. 83 lit. m des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 [BGG]). Darunter fallen auch Entscheide über den Erlass von
Gerichtskosten. Die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht
gemäss steht nur zur Verfügung, wenn die Verletzung
verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien gerügt wird (; vgl.
BGr, 24. November 2025, 9D_22/2025, E. 3.1; BGr, 23. September
2024, 9D_13/2024, E. 2).
Demgemäss erkennt der
Einzelrichter:
1.    Das Kostenerlassgesuch wird abgewiesen.
2.    Die Forderungen der Gerichtskasse aus dem Verfahren
SB.2025.00113 und aus dem Verfahren SB.2025.00114 werden an das Obergericht des
Kantons Zürich (Zentrales Inkasso) abgetreten.
3.    Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr.    300.--;    die übrigen Kosten betragen:
Fr.      35.--
Zustellkosten,
Fr.    335.--
Total der Kosten.
4.    Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse
genommen.
5.    Gegen dieses Urteil kann subsidiäre
Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes
erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an
gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,
einzureichen.
6.    Mitteilung an:
a)    den Gesuchsteller;
b)    die Kasse des Verwaltungsgerichts, unter Hinweis auf
Dispositivziffer 2.

Referenzen

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  • KE.2026.00025Nachträglicher Erlass von Gerichtskosten
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